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Autorin von Science Fiction und Fantasy

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Lebensrettende Warnung


„Oh, Philipp, ich schaffe es alleine nicht“, murmelte ich. Liebevoll zupfte ich die Blumen zurecht. Mit einem letzten Blick verließ ich das Grab.
Wie sehr fehlte mir Philipp. Seit zwei Jahren besuchte ich regelmäßig sein Grab, trotzdem konnte ich mich immer noch nicht damit abfinden, dass er nicht mehr da war.
Wie sehr brauchten wir ihn. Nicht nur finanziell waren wir nach seiner plötzlichen Krankheit und seinem Tod in Bedrängnis gekommen. Mit der Lebensversicherung hatte ich wenigstens unser kleines Reihenhaus abzahlen können. Aber die Witwen- und Waisenrente reichte selbst für den täglichen Unterhalt kaum aus. Daher arbeitete ich stundenweise bei einem Arzt. Zum Glück half mir meine Freundin Gitta. Sie holte Joakim vom Kindergarten ab und nahm Ole in den Schulferien zu sich.
Am meisten vermissten die Kinder Philipp. Gerade jetzt brauchte Ole dringend einen Vater. Er wurde in der Schule von den anderen Kindern gehänselt und wurde daheim immer schwieriger.
Niedergeschlagen stieg ich am Friedhofstor auf mein Fahrrad. Das Auto hatte ich gleich nach der Beerdigung verkauft. Die Bewegung tat mir gut. Sie riss mich aus meiner Depression. Die armen Kinder, sie hatten nicht nur den Vater verloren, sondern auch noch eine ständig überforderte und niedergeschlagene Mutter.
Zügig fuhr ich auf dem Fahrradweg neben der Bundesstraße. Kurz vor unserer Siedlung musste ich sie überqueren. An der Ampel stieg ich ab, drückte den Bedarfsknopf und wartete auf Grün für die Fußgänger.
„Claudia, pass auf, geh zurück“, rief Philipps Stimme so eindringlich, dass ich ohne nachzudenken von der Straße zurücktrat. Erst als ich den Zaun hinter mir berührte, blickte ich mich suchend um. Aber ich war allein. Woher kam die Stimme? In diesem Augenblick raste ein Auto über die Kreuzung, verlor die Kontrolle und schleuderte über den Fußweg, bis es gegen die Ampel prallte.
Hätte ich noch an der Ampel gestanden....
„Danke, Philipp“, flüsterte ich.

© Aileen O‘Grian

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