Autorin von Science Fiction und Fantasy
29. August 2012
Nicky überlegte angestrengt.
„Setz dich mit Hilfe des Duftöls in Trance. Murmel dabei unablässig: „Frei wie ein Vogel will ich sein“, dann erlebst du es auch. Du verlässt deinen Körper und besuchst andere Orte. Richtig irre ist das“, hatte Freddy erzählt.
Gemeinsam hatten sie einen Versuch unternommen. Nicky hatte es fast geschafft. Zu gerne wollte sie als Vogel über der Stadt kreisen und an den Badesee fliegen, wo sie letztes Jahr mit Jonathan ...
Ob es gefährlich war, sich in einen Vogel zu verwandeln? Und wenn sie sich nicht mehr zurückverwandeln konnte? Nicky geriet ins Grübeln. Am besten sie probierte es mit jemanden anderen aus. Ihr Blick fiel auf Mascha, ihre Katze. Kurz entschlossen setzte sie Mascha auf ein Kissen ihr gegenüber, nahm reichlich Duftöl und murmelte ihr Mantra: „Du wirst ein Vogel sein, ein Vogel.“ Immer wieder. Tief versank Nicky. Nach einer Weile weckte ein Rascheln Nicky aus der Trance. Sie brauchte eine Weile, um ihre Umwelt wieder zu erfassen.
Das Kissen, auf dem Mascha gesessen hatte, war leer. Aber beim Bücherregal hörte sie ein nagendes Geräusch. Sie blickte hin und schrie gellend auf. Erschrocken huschte die Ratte unter das Sofa.
„Mascha, Mascha“, rief Nicky ängstlich.
Vorsichtig schaute die Ratte unter dem Sofa hervor.
© Aileen O‘Grian