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aileenogrian.overblog.com

Autorin von Science Fiction und Fantasy

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Als Vampir zum Maskenball


„Nun verrate es doch endlich“, drängte Annika ihre Freundin Fränzi.
„Nein, dann ist der Witz doch weg“, wehrte Fränzi ab. „Ich fahre auch alleine zum Maskenball. Ihr sollt den Abend herumrätseln, wer sich hinter den Masken verbirgt. Und deine Verkleidung will ich gar nicht wissen, sonst ist die Spannung doch weg.“
Annika verzog enttäuscht ihr Gesicht. Ihre Neugierde war ihr anzusehen. Sicher hätte sie gerne mit dem Geheimnis angegeben. Aber Fränzi verriet nichts.
Sie hatte lange gegrübelt, als was sie gehen sollte. Endlich hatte sie sich für ein Vampirkostüm entschieden. Als Jugendliche hatte sie den Film „Tanz der Vampire“ geliebt. Weil sie gern nähte und bastelte, besorgte sie sich Filmbücher als Anregung und genoss die Vorfreude beim Arbeiten. Ihr Kostüm war wirklich gelungen. Ob sie die anderen erkennen würde? Annika bestimmt, ihr fehlte das Talent zur Maskerade, zum Spielerischen.
Ganz ihrer Verkleidung gemäß hielt Fränzi sich den Abend an Tomatensaft. Ihre Freunde erkannte sie schnell. Natürlich! Annika lief als Vamp mit einer Halbmaske herum. Der Vamp passte zu ihrer schmalen Figur. Die anderen konnte sie erraten.
Fränzi forderte Männer wie Frauen zum Tanzen auf und freute sich diebisch an dem Rätselraten ihrer Freunde.
Gegen zwölf Uhr wurde die Stimmung immer ausgelassener. Fränzi fühlte Hunger. Den bisherigen Abend hatte sie genossen, aber jetzt stimmte etwas nicht mehr. Sie fühlte sich unwohl, sie gehörte nicht hierher. Ein letzter Tanz. Fränzi forderte Annika auf. Der schlanke Hals lockte verführerisch. Wieso interessierte sie der Hals ihrer Freundin? Hungrig bleckte sie die Zähne.
Zwölf Uhr, Zeit die Masken abzunehmen. Annika nestelte an ihrer Halbmaske herum. Fränzi verlor die Kontrolle. Hemmungslos stürzte sie sich auf Annika und verbiss sich in ihren Hals. Gierig saugte sie. Kreischend wich die Menge von ihnen zurück. Schließlich fassten sich zwei Männer, stürzten auf den Vampir und versuchten ihn zurückzureißen. Aber sie waren nicht stark genug. Ein dritter griff sich eine Flasche. Bevor er sie auf dem Kopf des Vampirs zerschmettern konnte, erhob er sich, drehte mit einem heiseren Lachen eine Runde über den Köpfen und flog zum offenen Fenster hinaus.

© Aileen O‘Grian

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