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Autorin von Science Fiction und Fantasy

Veröffentlicht am von Aileen O'Grian
Veröffentlicht in : #Science Fiction, #Thriller, #Dystopie, #E-Book

Mein spannender Science Fiction Roman "Abels Vermächtnis" ist seit einigen Monaten bei Amazon zu kaufen oder zu leihen.

 

Im Jahre 2080 ist der gesamte Süden Europas eine Wüstenregion. Nur wenige Menschen besiedeln das Gebiet und fristen dort ein armseliges Dasein. Der Norden riegelt sich ab und beutet die verarmten Süd- und Südosteuropäer aus.
Die Genmedi Corporation entwickelt aus menschlichen embryonalen Stammzellen Medizin gegen Diabetes, Rheuma und Leukämie. Um ausreichend Embryonen zu erhalten, werden die Frauen mehr schlecht als recht dafür bezahlt, dass sie ihren Körper für die Produktion von Eizellen zur Verfügung stellen. Für die meisten Familien ist es die einzige Einnahmequelle.

Der musisch begabte Abel wächst in einer privilegierten, reichen Familie in Berlin auf. Er möchte Pianist werden, doch sein Vater, Direktor der Genmedi Corporation, hat andere Ziele für ihn vorgesehen. Er zwingt den Jungen, auf seine Musik zu verzichten und BWL zu studieren und bei Genmedi einzusteigen. Mehrfach rebelliert Abel, doch letztendlich resigniert er und versucht, den Erwartungen seines Vaters zu entsprechen.
Als er nach dem Studium seine Tätigkeit bei der Genmedi aufnimmt , ist es eine seiner ersten eigenverantwortlichen Aufgaben, die Produktionsstätten in Spanien zu bereisen. Dort erlebt er, wie schwierig das Leben für die Menschen ist und wie sehr seine korrupte Firma die Familien ausbeutet. Er beschließt, die fast sklavenähnlichen Bedingungen, unter denen die Leute dort dahinvegetieren, aufzudecken und die Beteiligung der Genmedi an diesen Zuständen publik zu machen, ohne zu ahnen, in welche Gefahr er sich bringt. Wird es ihm gelingen, den Menschen zu helfen?

 

Leseprobe

(...)
„Danke, dass Sie sich ein zweites Mal herbemüht haben“, begrüßte Abel Herrn Roloff.
„Mein Sohn sagte mir, dass Sie besonders engagiert sind und nicht nur Ihren eigenen Gewinn sehen“, sagte Markus.
„Ja, Herr Dr. Stemmer. Meine Kinder sollen einmal auf einer friedlichen Erde leben und nicht im Krieg gegen die Hungernden im Süden umkommen. Unsere Erde ist so schön, da lohnt es sich, etwas zu investieren, um diese Schönheit zu erhalten.“ Der Ingenieur war sehr überzeugt von der Möglichkeit, seine Pläne umzusetzen.
Frau Wagner hatte im Nachbarraum schon alles vorbereitet und er konnte mit seiner Präsentation beginnen. Ein paar Kleinigkeiten hatte er in der Zwischenzeit noch verändert. Außerdem hatte er einige Ertragszahlen ausgerechnet.
„Soll ich Herrn Meyer-Birkenriehl herbitten?“, fragte Abel.
„Nein, der hat eine Telefonkonferenz“, lehnte Markus ab.
Als Roloff mit seinem Vortrag fertig war, schwieg Markus eine Weile.
„So etwas kann ich nicht allein entscheiden, nicht einmal abschätzen. Ich bin kein Fachmann. Wir müssen die Pläne überprüfen lassen“, antwortete er zögernd.
„Das ist in Ordnung. Aber ihre Fachleute werden meine Angaben bestätigen. Wann kann ich mit einer Antwort rechnen, damit ich mich notfalls anderweitig umsehen kann?“, fragte Peter Roloff.
„In spätestens zwei Wochen werden wir entschieden haben und uns bei Ihnen melden. Bis dahin bleibt es ein Exklusivangebot an uns.“
Der Ingenieur zeigte sich einverstanden. Zum Abschied reichte er Abel die Hand. Markus geleitete ihn zur Tür.
„Danke, dass Sie zuerst an uns gedacht haben“, sagte er und verabschiedete Peter Roloff.
„Der Plan ist genial, warum dauerte eine Überprüfung so lange?“, fragte Abel.
Markus blätterte noch einmal in der Mappe.
„Europa wäre wieder bewohnbar, selbst die Randgebiete der Sahara könnten wieder grün werden. Wir könnten mit unseren hitzeresistenten Hirse- und Gerstenpflanzen große Gewinne erwirtschaften. Die landwirtschaftliche Firma würde den Pharmabereich übertrumpfen“, schwärmte Abel.
„Abel, der Träumer“, lachte Markus.
Abel wurde rot. Dieser Plan würde nicht nur den Menschen helfen, er würde auch ihrer Firma Gewinn bringen. Er verstand seinen Vater nicht, warum zögerte er noch?
„Du musst doch zugeben, dass Roloffs Projekt gut ist“, bohrte Abel.
„Die beste Idee, von der ich jemals gehört habe.“ Markus wandte sich ab und ging zum Schreibtisch.
„Frau Wagner, lassen Sie bitte Herrn Büchner und Herrn Timm die üblichen Maßnahmen treffen“, wies Markus seine Sekretärin über die Gegensprechanlage an.
„Dann sollten wir den Vorstand überzeugen.“
„Wir sorgen dafür, dass es nicht realisiert wird.“ Markus räumte die Unterlagen zusammen und verstaute sie in seinem Schreibtisch.
„Aber wieso? Die schwierigsten Probleme der Menschheit wären gelöst. Wir könnten die Wüste aufhalten und die Gefahr eines Krieges um die Ressourcen bannen“, begeisterte sich Abel.
„Ausgerechnet du kannst das beurteilen“, spottete Markus und betrachtete seinen Sohn herablassend.
Abel fühlte sich unbehaglich unter diesem verächtlichen Blick. Er traute sich nicht, noch etwas zu sagen und wandte sich ab. Vom Fenster aus sah er Herrn Büchner das Gebäude verlassen. Seine steifen Bewegungen verrieten Anspannung. So kannte Abel ihn gar nicht und er wunderte sich darüber.

Zwei Tage später hörte Abel beim Frühstück von der Explosion eines Wohnhauses. Interessiert sah er vom Teller auf und schaute auf den Bildschirm. Zwölf Bewohner waren bei dem Unglück ums Leben gekommen. Die Polizei vermutete eine Gasexplosion.
„Dass es immer noch Häuser gibt, die auf Kohlenwasserstoffbasis geheizt werden; so eine Ressourcenverschwendung. Wir verfügen doch über modernere Techniken“, regte er sich auf.
„Alte Häuser nachzurüsten ist sehr teuer“, erwiderte Markus und strich Marmelade auf sein Brötchen.
„Dann müssen sie abgerissen werden.“
„Nicht nötig. Das erledigt sich von selbst.“
„Du bist wirklich ein Zyniker, Vater.“ Abel schüttelte missbilligend den Kopf.
„Idealisten sind Dummköpfe“, gab Markus zurück.
In der Firma sah Abel Ingrid Verhoven vor dem Fahrstuhl stehen. Bevor sie ihn entdeckte und mit ihrem aufdringlichen Charme den Tag verdarb, flüchtete er ins Treppenhaus und lief die sechs Stockwerke bis zu seinem Büro.
Noch außer Atem überflog er die Zeitungsmeldungen aus aller Welt, die die Presseabteilung für die Führungskräfte zusammenstellte. Bei der Meldung über die Gasexplosion wunderte er sich. Seit wann wurden solche unwichtigen Ereignisse herausgesucht? Gründlich las er den Artikel durch und stutzte bei den Namen der Opfer. Peter R. Sollte das etwa der Ingenieur sein, der ihnen neulich sein Konzept vorgetragen hatte und dessen Unterlagen immer noch zur Prüfung in der Firma waren?
Abel sah sich in der Ablage nach den Unterlagen des Bewässerungsprojektes um. Vergeblich. Die Akte lag also noch im Schreibtisch seines Vaters. Daher suchte er im Internet die Telefonnummer und die Adresse von Peter Roloff heraus und rief anschließend die lokale Zeitung an.
„Können Sie mir sagen, wo genau die Gasexplosion war? Mein Freund Peter Roloff wohnt in der Lutherallee 142, und ich sorge mich um ihn.“
Seine Befürchtung bestätigte sich. Roloff gehörte mit Frau und Tochter zu den Opfern. Nur sein kleiner Sohn war schwer verletzt geborgen worden.
Abel legte auf. Ihm war mulmig zumute. Ein merkwürdiger Zufall. Gerade erst hatte er den Ingenieur kennengelernt und Markus hatte dessen hervorragende Arbeit abgelehnt. Und nun dieser Unfall; und ausgerechnet dieser Zeitungsartikel lag in der Pressemappe.
(...)

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